Taxifahrer werden - Voraussetzungen, Verdienst und Alltag

Uli Hohmann .

20. Juli 2026

Lächelnder Mann am Steuer eines Autos, bereit, als Taxifahrer zu arbeiten.

Eine Taxischicht besteht aus weit mehr als dem Fahren von A nach B. Wer als Taxifahrer arbeiten möchte, sollte die Voraussetzungen für den Personenbeförderungsschein kennen, Arbeitszeiten und Verdienst realistisch einschätzen und entscheiden, ob eine Anstellung oder ein eigener Betrieb besser passt. Ich zeige außerdem, welche Rolle Fahrzeug, Ortskenntnis und der Wandel im öffentlichen Verkehr spielen.

Die wichtigsten Punkte für den Einstieg auf einen Blick

  • Personenbeförderungsschein ist für Taxifahrer zusätzlich zum normalen Führerschein erforderlich.
  • Vorausgesetzt werden meist 21 Jahre, mindestens zwei Jahre Fahrerlaubnis der Klasse B, gesundheitliche Eignung und ein Fachkundenachweis.
  • Angestellte Fahrer tragen deutlich weniger finanzielles Risiko als selbstständige Taxiunternehmer.
  • Schichtdienst, Nachtarbeit und der Umgang mit sehr unterschiedlichen Fahrgästen gehören zum Berufsalltag.
  • Ein aktuelles Stellenangebot der Bundesagentur für Arbeit nennt beispielsweise 13,90 Euro brutto pro Stunde. Der tatsächliche Verdienst hängt stark von Arbeitgeber, Schichten und Zuschlägen ab.

Lächelnder Mann am Steuer eines Autos, bereit, als Taxifahrer zu arbeiten.

So sieht der Berufsalltag im Taxi wirklich aus

Taxifahrer bringen Menschen zu Bahnhöfen, Arztpraxen, Flughäfen, Arbeitsplätzen oder nach Hause. Ein Teil der Aufträge kommt über die Zentrale oder eine App, andere Fahrgäste steigen am Taxistand ein. Service und Sicherheit sind dabei genauso wichtig wie eine saubere Fahrweise.

Vor Schichtbeginn prüfe ich gedanklich immer dieselben Punkte, die auch in der Praxis entscheidend sind. Das Fahrzeug muss betriebsbereit sein, ausreichend Kraftstoff oder Ladung haben und innen einen ordentlichen Eindruck machen. Dazu kommen die Kontrolle von Licht, Reifen, Bremsen und vorgeschriebenen Ausstattungen.

Mehr als nur Strecke fahren

  • Fahrgäste sicher und möglichst effizient ans Ziel bringen
  • Taxameter, Kartenterminal und Quittungsdrucker korrekt bedienen
  • Fahrpreise erklären und unterschiedliche Zahlungsarten akzeptieren
  • Gepäck verstauen und bei Bedarf älteren Menschen helfen
  • mit der Taxizentrale oder digitalen Vermittlungsdiensten kommunizieren
  • das Fahrzeug sauber halten und technische Probleme melden

Besonders unterschätzt wird der menschliche Teil der Arbeit. Manche Fahrgäste möchten sich unterhalten, andere brauchen Ruhe oder Unterstützung. Wer freundlich bleibt, auch wenn der Verkehr stockt, hat im Alltag einen klaren Vorteil. Geduld und Verlässlichkeit lassen sich nicht durch ein Navigationssystem ersetzen.

Arbeitszeiten und Belastung

Taxiunternehmen arbeiten häufig früh morgens, abends, nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen. Gerade in Großstädten können Nachtstunden und Veranstaltungszeiten viele Aufträge bringen, zugleich sind sie körperlich und mental anstrengender.

Die Arbeit bietet deshalb Flexibilität, aber keine automatische Freiheit. Lange Sitzzeiten, wechselnde Pausen, Verkehrsstress und schwierige Kundensituationen gehören dazu. Ich halte es für einen Fehler, den Beruf nur nach der Möglichkeit flexibler Schichten zu beurteilen. Entscheidend ist, ob man den Rhythmus dauerhaft verträgt.

Diese Voraussetzungen gelten in Deutschland

Für die entgeltliche Beförderung von Fahrgästen reicht der normale Autoführerschein nicht aus. Benötigt wird die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, die umgangssprachlich weiterhin Personenbeförderungsschein oder P-Schein genannt wird.

Nach § 48 der Fahrerlaubnis-Verordnung gelten für die Erlaubnis im Taxiverkehr unter anderem diese Bedingungen:

  • Mindestalter 21 Jahre
  • eine gültige EU- oder EWR-Fahrerlaubnis der Klasse B
  • Besitz der Klasse B seit mindestens zwei Jahren oder innerhalb der vergangenen fünf Jahre
  • Nachweis der geistigen und körperlichen Eignung
  • Nachweis ausreichenden Sehvermögens
  • Führungszeugnis und Auskunft aus dem Fahreignungsregister
  • Fachkundenachweis für Taxi-, Mietwagen- oder gebündelten Bedarfsverkehr

Der Antrag wird bei der zuständigen Fahrerlaubnisbehörde am Wohnort gestellt. Die Erlaubnis wird für höchstens fünf Jahre erteilt und muss danach verlängert werden. Für ärztliche Untersuchungen, Sehtest, Unterlagen und Gebühren sollte man insgesamt ein Budget einplanen. Der ADAC nennt für den P-Schein je nach Aufwand und Region Kosten von bis zu etwa 300 Euro.

Die frühere allgemeine Ortskundeprüfung ist nicht mehr überall die zentrale Voraussetzung. Das bedeutet aber nicht, dass Ortskenntnis unwichtig geworden ist. Wer wichtige Kliniken, Bahnhöfe, Einbahnstraßen, Baustellen und typische Staupunkte kennt, fährt sicherer und arbeitet wirtschaftlicher.

Ist eine Ausbildung nötig?

Für angestellte Taxifahrer gibt es in der Regel keine klassische dreijährige Berufsausbildung, die vor dem Berufseinstieg zwingend abgeschlossen werden muss. Arbeitgeber achten meist stärker auf den gültigen P-Schein, einen sicheren Fahrstil, gute Deutschkenntnisse, Zuverlässigkeit und einen freundlichen Umgang mit Kunden.

Gute Sprachkenntnisse sind besonders bei Adressen, medizinischen Fahrten, Notfällen und Beschwerden wichtig. Wer einen ausländischen Führerschein besitzt, sollte außerdem frühzeitig prüfen, ob er in Deutschland anerkannt wird oder umgeschrieben werden muss.

Angestellt, in Teilzeit oder mit eigenem Taxi

Die Beschäftigungsform verändert das finanzielle Risiko stärker als viele Einsteiger erwarten. Als angestellter Fahrer nutze ich normalerweise das Fahrzeug und die Infrastruktur des Unternehmens. Ein selbstständiger Unternehmer trägt dagegen Kosten und Verantwortung für den gesamten Betrieb.

Modell Vorteile Nachteile
Angestellte Vollzeit Planbares Einkommen, kein eigenes Taxi nötig, Sozialversicherung Schichtvorgaben, weniger Einfluss auf Fahrzeug und Aufträge
Teilzeit oder Minijob Gut zum Ausprobieren oder als Nebenverdienst Begrenztes Einkommen und häufig Randzeiten
Selbstständiger Taxiunternehmer Mehr Entscheidungsfreiheit und eigener Kundenstamm Hohe laufende Kosten, Verwaltungsaufwand und Auslastungsrisiko

Wer ein eigenes Taxiunternehmen gründen will, braucht eine Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz. Die zuständige Verkehrsbehörde prüft unter anderem persönliche Zuverlässigkeit, finanzielle Leistungsfähigkeit und fachliche Eignung. Die IHK-Fachkundeprüfung umfasst beispielsweise rechtliche Grundlagen, kaufmännische Themen, Arbeitsrecht und technische Anforderungen.

Das Taxi selbst muss den örtlichen Vorschriften entsprechen. Dazu gehören je nach Regelung unter anderem Taxameter, Kennzeichnung, vorgeschriebene Ausstattung und die Einhaltung des örtlichen Tarifs. Ein eigenes Fahrzeug zu kaufen, ohne vorher Konzession, Versicherung, Wartung, Vermittlungsgebühren und Auslastung zu kalkulieren, halte ich für einen der teuersten Anfängerfehler.

Was verdient man und welche Kosten entstehen

Ein einheitliches Taxifahrergehalt gibt es nicht. Entscheidend sind die regionale Nachfrage, der Arbeitsvertrag, die Zahl der Schichten, Nacht- und Wochenendzuschläge sowie die Frage, ob Trinkgeld vollständig beim Fahrer bleibt.

Ein aktuelles Stellenangebot nennt 13,90 Euro brutto pro Stunde. Bei 160 bezahlten Stunden wären das rechnerisch 2.224 Euro brutto im Monat, bevor Zuschläge, Steuern und Sozialabgaben berücksichtigt werden. Diese Rechnung ist nur eine Orientierung und kein allgemeiner Branchenlohn.

Bei selbstständigen Fahrern darf der Umsatz nicht mit dem Einkommen verwechselt werden. Vom Fahrpreis gehen unter anderem Fahrzeugfinanzierung, Versicherung, Kraftstoff oder Strom, Reparaturen, Reinigung, Steuerberatung, Vermittlungsgebühren und Ausfallzeiten ab. Die Auslastung entscheidet oft stärker über den Gewinn als der Preis einer einzelnen Fahrt.

Lesen Sie auch: Schlafkabine im Bus richtig planen und nutzen

Welche Schichten wirtschaftlich sinnvoll sein können

  • Frühmorgens: Pendler, Flughäfen und Krankenfahrten
  • Tagsüber: Arzttermine, Einkäufe, Geschäftsfahrten und ältere Kunden
  • Abends: Gastronomie, Veranstaltungen und Bahnanschlüsse
  • Nachts: häufig höhere Nachfrage, aber auch mehr Konfliktpotenzial

Ein niedriger Grundlohn kann durch Zuschläge, regelmäßige Touren und Trinkgeld attraktiver werden. Umgekehrt bringt eine scheinbar flexible Stelle wenig, wenn unbezahlte Wartezeiten, hohe Eigenbeteiligungen oder unklare Abrechnungen dazugehören. Vor der Unterschrift würde ich deshalb genau nach bezahlter Arbeitszeit, Pausen, Zuschlägen und Trinkgeldregelung fragen.

So gelingt der Einstieg ohne unnötige Umwege

  1. Voraussetzungen prüfen. Führerscheindauer, Alter, Gesundheitsnachweise und mögliche Umschreibung eines ausländischen Führerscheins klären.
  2. P-Schein beantragen. Die Fahrerlaubnisbehörde nennt die benötigten Formulare, Untersuchungen und Gebühren.
  3. Arbeitgeber vergleichen. Nicht nur den Stundenlohn ansehen, sondern auch Schichtmodell, Fahrzeug, Disposition und Zuschläge.
  4. Das Einsatzgebiet lernen. Bahnhöfe, Kliniken, Hotels, Baustellen und wichtige Zufahrten machen im Alltag einen spürbaren Unterschied.
  5. Eine Probeschicht vereinbaren. Dabei zeigt sich schnell, ob Fahrzeug, Team und Arbeitsrhythmus passen.
  6. Erst später über Selbstständigkeit nachdenken. Ein eigener Betrieb ist sinnvoller, wenn bereits Erfahrung, Rücklagen und ein realistischer Businessplan vorhanden sind.

Ich würde außerdem vorab klären, wie das Unternehmen mit Schäden, Reinigung, Fehlbeträgen und Beschwerden umgeht. Solche Details stehen nicht immer prominent in der Stellenanzeige, können den Arbeitsalltag aber stark beeinflussen.

Welche Rolle Taxi und Fahrzeug im öffentlichen Verkehr spielen

Taxis schließen Lücken, die Bus und Bahn nicht überall abdecken können. Sie bringen Menschen zu Haltestellen, übernehmen Anschlüsse außerhalb dichter Taktzeiten und ermöglichen Mobilität für Personen, die nicht selbst fahren können. Damit ist ein Taxi kein reines Luxusfahrzeug, sondern an vielen Orten ein flexibler Teil des öffentlichen Verkehrs.

Bei der Fahrzeugwahl zählen deshalb nicht nur Verbrauch und Anschaffungspreis. Ein gutes Taxi braucht ausreichend Beinfreiheit, einen brauchbaren Kofferraum, einfache Reinigung und hohe Zuverlässigkeit. Für Kranken- oder Gruppenfahrten können andere Anforderungen gelten als für kurze Innenstadtfahrten.

Elektrofahrzeuge werden auch im Taxigewerbe interessanter, besonders bei planbaren Stadtfahrten und vorhandener Ladeinfrastruktur. Die Reichweite, Ladezeit, Batteriegarantie und Verfügbarkeit während der Hauptzeiten müssen aber zusammenpassen. Ein Elektroauto ist nicht automatisch die wirtschaftlichste Lösung, wenn lange Schichten ohne sichere Ladepause gefahren werden.

Digitale Vermittlung, bargeldloses Bezahlen und Echtzeit-Disposition erleichtern die Arbeit. Sie ersetzen jedoch weder gute Kommunikation noch Ortskenntnis. Gerade bei älteren Fahrgästen, Menschen mit Einschränkungen oder spontanen Änderungen muss der Fahrer flexibel reagieren können.

Woran ich eine passende Taxistelle erkenne

Eine gute Einstiegsstelle erkenne ich nicht an einem besonders werblichen Versprechen, sondern an klaren Antworten zu Lohn, Schichten, Fahrzeug und Verantwortung. Der Arbeitgeber sollte erklären können, wie Aufträge verteilt werden, wer für Wartung und Reinigung zuständig ist und welche Regeln bei Problemen gelten.

Für den Start ist eine angestellte Teilzeitstelle oft der vernünftigste Test. So lässt sich der Beruf kennenlernen, ohne sofort ein Fahrzeug zu finanzieren oder eine Konzession zu beantragen. Wer nach einigen Monaten merkt, dass Schichtdienst, Kundenkontakt und lange Fahrzeiten passen, kann den nächsten Schritt besser beurteilen.

Wer gerne fährt, zuverlässig mit Menschen umgeht und mit wechselnden Arbeitszeiten zurechtkommt, findet im Taxigewerbe einen vergleichsweise direkten Einstieg in die Personenbeförderung. Wer vor allem flexible Arbeitszeiten erwartet, aber Nachtarbeit, Wartezeiten und Verantwortung unterschätzt, wird dagegen wahrscheinlich schnell enttäuscht sein.

Dieser Artikel dient ausschließlich Informations- und Bildungszwecken. Das Material wurde mit Unterstützung moderner Analyse- und Sprachwerkzeuge (KI) erstellt. Konsultieren Sie vor einer Entscheidung einen Experten.

Häufig gestellte Fragen

Sie benötigen neben dem Führerschein der Klasse B eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung, den sogenannten Personenbeförderungsschein. Üblicherweise gelten ein Mindestalter von 21 Jahren, mindestens zwei Jahre Besitz der Klasse B, gesundheitliche und ausreichende Sehfähigkeit sowie ein Fachkundenachweis. Zusätzlich werden unter anderem ein Führungszeugnis und eine Auskunft aus dem Fahreignungsregister verlangt.
Ein Stellenangebot nennt beispielhaft 13,90 Euro brutto pro Stunde, also rechnerisch 2.224 Euro brutto bei 160 bezahlten Stunden. Der tatsächliche Verdienst hängt unter anderem von Region, Arbeitsvertrag, Schichten, Nacht- und Wochenendzuschlägen sowie der Trinkgeldregelung ab. Vor der Unterschrift sollten Sie auch bezahlte Arbeitszeit, Pausen und mögliche Eigenbeteiligungen klären.
Eine Anstellung bietet ein planbareres Einkommen, Sozialversicherung und deutlich weniger finanzielles Risiko, weil das Unternehmen Fahrzeug und Infrastruktur stellt. Teilzeit oder ein Minijob eignen sich zum Ausprobieren. Für ein eigenes Taxi benötigen Sie dagegen eine Genehmigung nach dem Personenbeförderungsgesetz und müssen unter anderem Fahrzeug, Versicherung, Wartung, Vermittlungsgebühren und Auslastung finanzieren.
Taxifahrer arbeiten häufig früh morgens, abends, nachts sowie an Wochenenden und Feiertagen. Zum Alltag gehören lange Sitzzeiten, wechselnde Pausen, Verkehrsstress und der Umgang mit sehr unterschiedlichen Fahrgästen. Eine Probeschicht kann zeigen, ob Schichtdienst, Kundenkontakt und Arbeitsrhythmus dauerhaft zu Ihnen passen.
Artikel bewerten

Durchschnitt: 5.0 / 5 · 2 Bewertungen

Tags

taxifahrer personenbeförderungsschein schichtdienst taxiunternehmen
Autor Uli Hohmann
Uli Hohmann
Mein Name ist Uli Hohmann und seit 14 Jahren beschäftige ich mich intensiv mit den Themen Mobilität, Fahrzeugen, Infrastruktur und Verkehr. Diese lange Zeit hat mir nicht nur ein tiefes Verständnis für die Komplexität moderner Mobilitätskonzepte vermittelt, sondern auch meine Leidenschaft für die Art und Weise geweckt, wie wir uns fortbewegen und wie unsere Städte und Straßen gestaltet sind. Ich schreibe gerne über die neuesten Entwicklungen bei Fahrzeugtechnologien, die Herausforderungen beim Ausbau unserer Infrastruktur und die vielfältigen Aspekte des Verkehrsgeschehens. Dabei ist es mir wichtig, auch komplexe Sachverhalte verständlich aufzubereiten, Informationen sorgfältig zu prüfen und Trends klar darzustellen, damit Sie stets über die relevanten Entwicklungen informiert sind. Mein Ziel ist es, Ihnen nützliche und nachvollziehbare Einblicke in die Welt der Mobilität zu geben.
Kommentare (0)
Kommentar hinzufügen