Ob an der Haltestelle, auf der Autobahn oder im Schülerverkehr: Die Zahl der Busse in Deutschland hängt davon ab, was genau gezählt wird. Die kurze Antwort lautet 88.112 Kraftomnibusse zum aktuell veröffentlichten Stichtag am 1. April 2026. Ich ordne diese Zahl ein, zeige den Unterschied zwischen zugelassenen Bussen und ÖPNV-Fahrzeugen und erkläre, wie sich die Flotte entwickelt.
Deutschland hat mehr als 88.000 zugelassene Kraftomnibusse
- 88.112 Kraftomnibusse waren am 1. April 2026 erfasst.
- Die Zahl umfasst Stadtbusse, Regionalbusse, Reisebusse, Schulbusse und weitere Busarten.
- Im ÖPNV-Bestand der VDV-Mitgliedsunternehmen standen Ende 2024 36.063 Busse.
- Davon entfielen 19.609 Fahrzeuge auf Stadtbusse und 16.454 auf Überlandbusse.
- Der Bestand ist seit 2021 deutlich gestiegen, von rund 75.500 auf über 85.000 Fahrzeuge zum Jahresbeginn 2025.
Die kurze Antwort hängt vom Zählmaßstab ab
Wer wissen möchte, wie viele Busse es in Deutschland gibt, meint meistens den gesamten Fahrzeugbestand. Dafür ist die amtliche Zahl am zuverlässigsten. Das Bundesministerium für Verkehr weist auf Grundlage des Zentralen Fahrzeugregisters zum 1. April 2026 insgesamt 88.112 Kraftomnibusse aus.
Diese Zahl beschreibt den zugelassenen Bestand und nicht die Anzahl der Busse, die an einem bestimmten Tag tatsächlich unterwegs sind. Ein Bus kann beispielsweise saisonal eingesetzt werden, in einer Werkstatt stehen oder als Reserve dienen. Der Fahrzeugbestand verändert sich außerdem täglich durch Neuzulassungen, Abmeldungen und Halterwechsel.
| Stichtag | Kraftomnibusse in Deutschland |
|---|---|
| 1. Januar 2021 | 75.500 |
| 1. Januar 2022 | 80.200 |
| 1. Januar 2023 | 82.900 |
| 1. Januar 2024 | 84.600 |
| 1. Januar 2025 | 85.559 |
| 1. April 2026 | 88.112 |
Zwischen Anfang 2025 und April 2026 ist der Bestand damit um rund 3 Prozent gestiegen. Ich würde diese Entwicklung allerdings nicht als exakte Jahresbilanz lesen, weil die beiden Werte unterschiedliche Stichtage haben.
Was in der amtlichen Buszahl enthalten ist
Ein Kraftomnibus ist ein motorisiertes Fahrzeug, das für die Beförderung von mehr als acht Personen zusätzlich zum Fahrer ausgelegt ist. Die amtliche Kategorie ist deshalb deutlich breiter als der klassische Linienbus im Stadtverkehr.
Zum Bestand gehören unter anderem Fahrzeuge für den öffentlichen Linienverkehr, Reisebusse, Schulbusse, Werksverkehre und private Busunternehmen. Auch Fahrzeuge, die nur gelegentlich eingesetzt werden, können in der Zulassungsstatistik auftauchen. Genau deshalb ist die Zahl von 88.112 nicht gleichbedeutend mit 88.112 Bussen im täglichen ÖPNV.
- Stadtbusse bedienen innerstädtische Linien und verkehren oft als Standard- oder Gelenkbusse.
- Überlandbusse verbinden kleinere Orte, Landkreise und regionale Zentren.
- Reisebusse werden für Ausflüge, Rundreisen und Fernfahrten eingesetzt.
- Schul- und Werksbusse fahren häufig nach einem eigenen Fahrplan und nicht im öffentlichen Linienverkehr.
- Fernbusse bilden nur einen kleinen Teil des gesamten Busbestands.
Ein häufiger Denkfehler besteht darin, nur die Fahrzeuge großer Verkehrsbetriebe zu zählen. Damit würden private Busunternehmen, Reiseveranstalter und kleinere regionale Anbieter fehlen. Für die Frage nach dem gesamten Bestand ist deshalb die amtliche Kategorie Kraftomnibusse die passendere Grundlage.

Wie viele Busse im öffentlichen Verkehr fahren
Für den öffentlichen Verkehr gibt es keine einzige Zahl, die exakt alle Busse in Deutschland und alle Betreiber gleichermaßen abbildet. Eine gute Orientierung liefert jedoch die VDV-Statistik 2024. Sie erfasste bei den angeschlossenen Verkehrsunternehmen 36.063 Busse, darunter eigene, geleaste und gecharterte Fahrzeuge.
| Einsatzbereich | Busse | Typische Aufgabe |
|---|---|---|
| Stadtbusse | 19.609 | Linienverkehr innerhalb von Städten |
| Überlandbusse | 16.454 | Verbindungen zwischen Gemeinden und Regionen |
| Sparte Bus insgesamt | 36.063 | Öffentlicher und regionaler Busverkehr im erfassten Bestand |
Die Zahl von 36.063 ist nicht als Differenz zur amtlichen Gesamtzahl zu verstehen. Sie bezieht sich auf den Bestand der erfassten Verkehrsunternehmen und nicht auf alle in Deutschland zugelassenen Kraftomnibusse. Reisebusse, kleinere private Anbieter und Fahrzeuge außerhalb dieser Statistik können den Unterschied erklären.
Die Bedeutung des Busverkehrs zeigt sich auch an der Nachfrage. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes nutzten 2024 rund 5,2 Milliarden Fahrgäste den Liniennahverkehr mit Bussen. Für die Mobilität in ländlichen Regionen ist der Bus oft nicht nur Ergänzung, sondern das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel.
Stadtbusse und Überlandbusse unterscheiden sich deutlich
Ein Stadtbus ist auf kurze Haltestellenabstände, häufiges Ein- und Aussteigen sowie große Fahrgastwechsel ausgelegt. Niederflurtechnik, breite Türen und Mehrzweckbereiche für Rollstühle oder Kinderwagen sind hier besonders wichtig. Gelenkbusse bieten viel Kapazität und kommen vor allem auf stark belasteten Linien zum Einsatz.
Überlandbusse fahren längere Strecken mit weniger Haltestellen. Sie brauchen deshalb andere Sitzkonzepte, größere Reichweiten und oft mehr Stauraum. In dünn besiedelten Regionen kommen zusätzlich kleinere Midibusse oder bedarfsgesteuerte Fahrzeuge zum Einsatz, die nur fahren, wenn eine Fahrt tatsächlich bestellt wurde.
| Merkmal | Stadtbus | Überlandbus | Reisebus |
|---|---|---|---|
| Typischer Einsatz | Stadtlinien | Regionalverkehr | Ausflüge und Fernreisen |
| Fahrgastwechsel | Sehr häufig | Mittel | Selten |
| Innenraum | Viele Stehplätze | Mehr Sitzplätze | Überwiegend Sitzplätze |
| Antrieb | Diesel, Batterie, teilweise Wasserstoff | Vor allem Diesel, zunehmend alternative Antriebe | Überwiegend Diesel |
Diese Unterschiede sind bei Statistiken entscheidend. Ein moderner Elektro-Gelenkbus und ein komfortabler Reisebus zählen beide als Kraftomnibus, erfüllen aber völlig verschiedene Aufgaben und lassen sich bei Kosten, Reichweite oder Infrastruktur nicht sinnvoll gleichsetzen.
Warum der Busbestand wächst und zugleich moderner wird
Der Bestand ist seit 2021 von rund 75.500 auf 85.559 Fahrzeuge Anfang 2025 gestiegen. Das entspricht einem Plus von etwa 13 Prozent. Gründe sind unter anderem der Ausbau regionaler Verkehrsangebote, der Ersatz älterer Fahrzeuge und neue Anforderungen an Barrierefreiheit und Emissionen.
Auch der Neufahrzeugmarkt hat sich belebt. 2025 wurden in Deutschland rund 6.890 Kraftomnibusse neu zugelassen, deutlich mehr als im Vorjahr. Eine hohe Zahl an Neuzulassungen bedeutet allerdings nicht automatisch, dass der Bestand im gleichen Umfang wächst, weil gleichzeitig alte Busse ausgemustert werden.
Bei den Antrieben verschiebt sich das Bild langsam. In der VDV-Statistik 2024 waren 4.044 Busse mit alternativen Antrieben ausgewiesen. Dazu zählen je nach Erhebung batterieelektrische, Brennstoffzellen- und andere nicht konventionelle Antriebe.
Der Umstieg ist trotzdem anspruchsvoll. Ein Elektrobus braucht passende Ladepunkte, leistungsfähige Netzanschlüsse, geschultes Werkstattpersonal und einen Fahrplan, der zur Reichweite passt. In der Praxis entscheidet daher nicht nur der Kaufpreis des Fahrzeugs, sondern das gesamte System aus Bus, Depot und Energieversorgung.
Die belastbare Antwort für Alltag und Planung
Für eine einfache Antwort kann man festhalten: In Deutschland gibt es aktuell mehr als 88.000 zugelassene Kraftomnibusse. Wer ausschließlich den öffentlichen Linienverkehr meint, landet je nach Abgrenzung und Statistik bei einer deutlich kleineren Zahl, für die VDV-Auswertung 2024 bei 36.063 erfassten Bussen.
Die wichtigste Information steht deshalb immer neben der Zahl: Stichtag, Fahrzeugdefinition und Einsatzbereich. Erst diese drei Angaben zeigen, ob von der gesamten Busflotte, vom ÖPNV oder nur von Stadt- und Regionalbussen die Rede ist.